Galeria zahlt April-Mieten nicht

Die Warenhauskette Galeria hat offenbar die Mietzahlungen für April an mehreren Standorten nicht geleistet. Wie die „Immobilien Zeitung” zuerst berichtete, beklagen mehrere Vermieter ausbleibende Zahlungen der Warenhauskette. Ein Eigentümer berichtet dazu, seine Versuche, mit der Mieterin Kontakt aufzunehmen, seien erfolglos geblieben. In einigen Fällen soll das Unternehmen um eine Stundung der Mieten gebeten haben. Galeria, das in Deutschland derzeit noch 83 Warenhäuser betreibt, droht damit eine neue Eskalation im ohnehin angespannten Verhältnis zu seinen Immobilieneigentümern.

Alexanderplatz besonders betroffen

Besonders im Fokus steht die Filiale am Berliner Alexanderplatz, deren Gebäude der Commerz Real gehört. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die April-Miete bislang nicht gezahlt worden sei. Die Berliner Morgenpost zitierte den Sprecher mit den Worten: „Wir beobachten die Situation mit Besorgnis. Unsere bisherigen Kontaktversuche blieben erfolglos”. Erst im Februar hatten beide Seiten die Nutzungsvereinbarung für den Standort bis Ende März 2027 verlängert. Ein weiteres, nicht namentlich genanntes Unternehmen bestätigte der dpa ebenfalls, dass die Miete für April nicht pünktlich und vollständig eingegangen sei.

Laut Bild soll Galeria Vermietern vorgeschlagen haben, die Mieten für April und September 2026 zinslos aufzuschieben und erst 2027 zurückzuzahlen. Ein Vermieter habe die Stundung abgelehnt, „weil uns mittlerweile nach drei Insolvenzen das Vertrauen fehlt”.

Galeria schweigt – Filialschließungen drohen

Galeria selbst äußerte sich nicht konkret zu den Vorwürfen. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte das Unternehmen lediglich mit: „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu internen Vertragsangelegenheiten sowie zu laufenden Gesprächen und Verhandlungen keine Stellung nehmen können”.

Die ausbleibenden Mietzahlungen verschärfen eine bereits seit Wochen schwelende Krise. Im März war bekannt geworden, dass Galeria die Mietverträge an acht Standorten neu verhandelt – darunter Filialen am Berliner Kurfürstendamm, am Hermannplatz, in Köln an der Hohen Straße und Breiten Straße, in München am Rotkreuzplatz sowie in Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. „Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen”, hatte Galeria damals mitgeteilt. 

Galeria beschäftigt in Deutschland und rund 12.000 Mitarbeiter. Anfang 2024 hatte Galeria Karstadt Kaufhof zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. Gründe waren die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa von René Benko sowie im Verhältnis zu den Umsatzerlösen unangemessen zu hohe Mietkosten. Im Ergebnis des Insolvenzverfahrens waren im Sommer 2024 bereits neun Filialen geschlossen worden. Nach dem Insolvenzverfahren, das am 1. August 2024 endete, wurde das Unternehmen von einem Konsortium um die Investoren Richard Baker und Bernd Beetz übernommen. Im Zuge dieses Neustarts hatte Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern auch die einst wertvollen Markennamen Karstadt und Kaufhof endgültig aus seinem Firmennamen gestrichen.

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