Deutschland erwirbt 40 Prozent an KNDS

Deutschland wird beim Börsengang des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS einen Anteil von 40 Prozent erwerben und so Parität zum französischen Anteil herstellen. Das teilte ein deutscher Regierungsvertreter am Mittwoch mit. Beide Regierungen wollen ihre Anteile in den nächsten zwei bis drei Jahren auf jeweils 30 Prozent reduzieren, dessen ungeachtet aber gleichwertige Stimmrechte behalten.

Reformerwartung und Regierungshandeln

Laut der repräsentativen Studie von Infratest dimap im Auftrag des WDR halten 81 Prozent der Befragten die Verteilung des Wohlstands in Deutschland für ungerecht. Nur 15 Prozent bewerten sie als gerecht. Die Aussage, dass die Deutschen „endlich wieder mehr arbeiten” müssten, um den Wohlstand zu sichern, wird dagegen von 63 Prozent der Befragten abgelehnt. Die Studie zeigt die breite Kluft zwischen den Reformerwartungen der Bevölkerung und dem geringen Vertrauen in die schwarz-rote Bundesregierung. Die Umfrage wurde zwischen Ende März und Mitte April 2026 durchgeführt.

Rheinmetall erfindet sich neu

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall meldete am Mittwoch Rekordumsätze und -gewinne für 2025 und prognostizierte für dieses Jahr ein noch stärkeres Wachstum, da der Krieg im Nahen Osten neue Geschäftsmöglichkeiten für Europas größten Rüstungshersteller eröffnet. Für 2026 erwartet das Düsseldorfer Unternehmen ein weiteres Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 Milliarden Euro.

Zwei Drittel halten Sozialstaat für nicht finanzierbar

Knapp zwei Drittel der Bürger in Deutschland halten den Sozialstaat in seiner heutigen Form für nicht mehr finanzierbar. In einer repräsentativen Forsa-Befragung im Auftrag von „Stern” und RTL stellten sich 64 Prozent hinter diese Einschätzung. Damit teilt eine Mehrheit der Befragten die Auffassung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Umfrageergebnisse fallen in eine Zeit heftiger Auseinandersetzungen innerhalb der schwarz-roten Koalition über die künftige Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme.

Mittelstand verharrt im Wartemodus

Der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft hat seine Mitglieder zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und den Erwartungen für das laufende Jahr befragt. Die Stimmung verharrt auf einem verhaltenen Niveau. Die Zukunftsaussichten bewerten die Unternehmer negativ: Eine überwältigende Mehrheit von 81 Prozent rechnet nicht mit einem spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung im Jahr 2026.

We Are in the Midst of a Rupture

Das diesjährige World Economic Forum in Davos war in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiges Ereignis. Doch Kanadas Premierminister Marc Carney stach mit seinem bemerkenswerten Auftritt aus allen anderen heraus. Mit klaren Worten ordnete der Premier die aktuellen Veränderungen der Welt und die jüngsten Ereignisse ein. Lesen Sie seine Aufsehen erregende Rede im originalen Wortlaut.

Arbeitgeber fordern radikale Sozialreformen

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat kurz vor Abgabe des Abschlussberichts der Sozialstaatskommission weitreichende Reformen des deutschen Sozialsystems gefordert. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission noch im Januar ihre Empfehlungen vorlegen soll.

Autobahn und Fledermäuse

Die juristische Blockade, die den Bau eines zehn Kilometer langen Teilstücks der Ostseeautobahn A 20 mehr als sechzehn Jahre lang verhindert hat, ist endlich beendet. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nennt das einen „historischen Tag“. Vielleicht mag das Ende des Trauerspiels auch Anlass zur Freude geben, politischer Jubel darüber erscheint allerdings angesichts der Umstände völlig unangemessen zu sein.

Geldwäsche-Paradies Deutschland

Systematische Schwächen machen Deutschland zum bevorzugten Zielort für internationale Geldwäsche. Das Bundeskriminalamt bestätigte erst vor wenigen Tagen eine dramatische Entwicklung: Die von organisierten Kriminellen gewaschene Geldsumme stieg von 166 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 230,5 Millionen Euro im Jahr 2024 – ein Anstieg von fast 40 Prozent. BKA-Präsident Holger Münch bezeichnete die Dunkelziffer als “riesig”.

Draghi warnt eindringlich vor drohendem EU-Rückstand

Europas strukturelle Nachteile erstrecken sich über Innovation hinaus bis hin zur grundlegenden Energiewirtschaft. Die Erdgaspreise in Europa bleiben nahezu viermal höher als in den USA und schaffen eine grundlegende Kostenlast für energieintensive Technologien. Der ehemalige EZB-Präsident Mario Draghi warnt davor, dass die EU im globalen Wettbewerb gefährlich hinter den Vereinigten Staaten und China zurückfällt.