Meta plant offenbar großen Stellenabbau

Der Facebook-Mutterkonzern Meta plant einen umfassenden Stellenabbau, der mindestens ein Fünftel der Belegschaft betreffen könnte. Damit ⁠wolle das Unternehmen die teuren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz kompensieren, so Insider. Außerdem bereite sich Meta langfristig auf die erwartete höhere Effizienz der durch die KI unterstützten Mitarbeiter vor.

Mit der Materie vertraute Personen linkäußerten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass ein ‌Termin für den Personalabbau und auch der genaue Umfang noch nicht feststehe. Unternehmenssprecher Andy Stone wies den Bericht auf Anfrage zurück und kritisierte die spekulative Berichterstattung über bisher lediglich theoretische Denkansätze.

Allerdings hatten Führungskräfte kürzlich hochrangige Manager über entsprechende Pläne informiert und ‌sie angewiesen, in ihren Zuständigkeitsbereichen mit Planungen ‌für den Stellenabbau zu beginnen. 

Falls sich Meta tatsächlich für eine Reduzierung der Belegschaft um 20 Prozent oder mehr entscheiden würde, wäre dies der größte Stellenabbau ⁠des Unternehmens seit seiner grundlegenden Re-Organisisation in den Jahren 2022 und 2023. Im November 2022 hatte Meta ca. 11.000 Mitarbeiter entlassen; das entsprach damals ungefähr 13 Prozent der ⁠gesamten Belegschaft. ‌Bereits im März 2023 wurde die Streichung weiterer 10.000 Stellen angekündigt. Zum Ende des vergangenen Jahres beschäftigte der Konzern nach eigenen Angaben ca. 79.000 Mitarbeiter. 

Mark Zuckerberg treibt seit 2025 die Pläne Metas voran, auf dem Gebiet der generativen KI wettbewerbsfähiger zu werden. Das ⁠Unternehmen hat bereits Milliarden investiert, um KI-Spezialisten anzuwerben und KI-Firmen zu übernehmen.

So kauft Meta derzeit eine Onlineplattform, über die Programme für Künstliche Intelligenz miteinander kommunizieren können. Das Entwicklerteam von Moltbook werde in Metas KI-Forschungslabor wechseln, bestätigte der Konzern dem TV-Sender CNBC und der New York Times. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Zuckerberg hatte Anfang des Jahres diese Investitionen mit Effizienz-Gewinnen gerechtfertigt: „Projekte, für die man früher große Teams brauchte, können jetzt von einer einzigen, sehr talentierten Person ‌erledigt werden“, so der Facebook-Gründer.

Die Strategie hat zur Folge, dass die Kosten für Rechenzentren und KI-Talente explodieren. Bis 2028 plant Meta Investitionen von 600 Milliarden Dollar in die Infrastruktur. Zudem beabsichtigt Zuckerberg, weiterhin hochkarätige Forscher mit Gehaltspaketen abzuwerben, die über vier Jahre in die Hunderte Millionen Dollar gehen.

Metas nun bekannt gewordene Pläne sind kein Einzelfall, sondern zeigen einen allgemeinen Trend der großen amerikanischen Tech-Unternehmen. Analysten verweisen bereits seit längerem auf zwei parallele Entwicklungen: Einerseits lieferten die gewaltigen Investitionen in die KI-Infrastruktur auf absehbare Zeit noch keinen Return-on-Investment, so dass der Sparzwang zunehme. Andererseits machten sich in zahlreichen Feldern die Effizienzvorteile der KI-Anwendungen bemerkbar und führten zu einem rückläufigen Gesamt-Personalbedarf.

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